Diözese in Deutschland

Erzbischof Karekin Bekdjian

Erzbischof Karekin Bekdjian

Diözese der Armenischen
Kirche in Deutschland
Allensteiner Straße 5
50735 Köln
Tel. 0221-7126223
Fax 0221-7126267


EMail   armenische_dioezese@hotmail.com

Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland

Die Überlebenden des Genozids an den Armeniern im Jahr 1915 kamen nach Deutschland in einer geringen Anzahl und ließen sich hauptsächlich in Berlin und Hamburg nieder. 1923 wurde die „Armenische Kolonie zu Berlin“ gegründet und damit die erste armenische Gemeindeorganisation in Deutschland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs flüchteten Armenier, insbesondere Kriegsgefangene, aus der Sowjetunion in die US-amerikanisch besetzten Gebiete Deutschlands. Die Mehrzahl von ihnen reiste über die Lager der „Displaced Persons“, von denen das letzte erst 1952 aufgelöst wurde, in die Vereinigten Staaten weiter. Bis zu den 60er Jahren lebte so nur eine kleine Anzahl von Armeniern in Deutschland.

In den 60er Jahren kamen im Rahmen der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer aus der Türkei auch armenische Familien in die Bundesrepublik Deutschland. Nach der islamischen Revolution im Iran und nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Libanon, suchten auch Armenier aus diesen Ländern Asyl in Deutschland. In den letzten zehn Jahren kamen auch tausende Armenier aus der Republik Armenien sowie aus anderen postsowjetischen Republiken nach Deutschland und suchten hier Asyl.

Im Jahr 1965 lebten ca. 2000-3000 Armenier in Deutschland. Sie konnten jedoch keine funktionierenden armenischen Institutionen vorfinden. Im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten gründeten sie kleinere Kultur- und Kirchenvereine. Da sich seit den 70er Jahren die beiden großen Kirchen in Deutschland vermehrt für Christen aus der Türkei einsetzten, konnten die armenischen Gemeinden als Gäste in kirchlichen Räumlichkeiten ihr Gemeindeleben entwickeln.

Bis 1975 entstanden armenische Vereine in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. In den 80er Jahren wurden weitere Vereine in Bremen, Braunschweig, Bielefeld, Duisburg, Neuwied, Bonn, Hanau, Eppingen, Nürnberg, Kehl und an anderen Orten gegründet.

Die armenischen Gemeinden bieten die Möglichkeit zur Kommunikation, organisieren religiöse Feste sowie historische Gedenkveranstaltungen; sie pflegen Kontakte zur Republik Armenien, organisieren z. B. Hilfsaktionen, leisten Integrationshilfen (durch Begegnungsstätten, Sportvereine) für neu Zugewanderte. Besonderen Wert legen nahezu alle Gemeinden auf Sprachunterricht, denn erst durch die armenische Sprache kommt das Gemeinschaftsgefühl zum Tragen. Das Gemeindeleben ist somit ein wichtiger Bestandteil des armenischen Alltags.

Gegenwärtig leben in Deutschland 40 000 Armenier. Von ihnen sind etwa 15 000 Asylsuchende (Stand 2004).

Die armenischen Gemeinden in Deutschland kann man in zwei Gruppen einteilen: Zum einen handelt es sich um Kirchengemeinden, die der Diözese unterstehen, eigene Vorstände wählen, selbständig ihre eigenen Programme erarbeiten, aber die gleiche Vereinssatzung mit allen anderen Kirchenvereinen teilen. Der Diözese gehören z. Z. 13 Gemeinden an: Berlin, Bielefeld, Braunschweig Bremen, Gießen, Göppingen, Halle, Hanau, Kehl, Köln, Mainz, München, Neuwied und Nürnberg.

Zum anderen gibt es in den verschiedenen Städten der Bundesrepublik auch Kultur- und Sportvereine: Berlin, Bochum, Bonn, Dortmund, Esslingen, Frankfurt am Main, Hagen, Hamburg, Hannover, Köln, München, Stuttgart u. a.

Der erste Gemeindepfarrer in Deutschland war Erzpriester Krikor Schahlamian, der 1922 als Student nach Deutschland kam und von 1926 bis zu seinem Tod am 21. Februar 1952, in Berlin und Stuttgart seelsorgerlich die Gemeinden betreute. Zwischen 1945 und 1948 war Erzpfarrer Wahan Askarian Gemeindepfarrer in Stuttgart und Esslingen tätig.

Von 1952 bis 1965 blieb die Stelle eines Gemeindepfarrers vakant. Eine Ausnahme bildete nur Berlin.

1965 kam Archimandrit Karekin Bekdjian, der jetzige Primas, als Student nach Deutschland und feierte auf Wunsch ansässiger Armenier Gottesdienste in Köln, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Mainz und Pforzheim. 1972 verließ Archimandrit Karekin Bekdjian die Bundesrepublik. Ihm folgten als Gemeindepfarrer: Karekin Wartabed Nersisian – 1975-1977 (heute Katholikos Aller Armenier), Vazken Wartabed Tatoyan – 1980-1984, Erzbischof Davit Sahagian – 1983-1985 in München, Pfarrer Magar Nadjarian – 1983 in Stuttgart), Zhirayr Wartabed Taschdjian – 1984 in Stuttgart, Hagop Wartabed Keledjian – 1978-1983 (heute Erzbischof und Primas von Uruguay), Erzpfarrer Hagop Geuktchian– 1986-1998 in Köln und Hanau, Gomidas Wartabed Hovnanian – 1987-1999 in Erlangen (heute in Marseille), Pfarrer Müron Sarkissian – 1997-2002 in Köln.

Vor der Gründung der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, wurden die armenischen Gemeinden in Deutschland von zwei Gemeindepfarrern betreut, die dem Katholikat-Delegierten in Wien unterstanden.

Aufgrund der zunehmenden Zahl der Armenier in Deutschland hat das damalige Oberhaupt der Armenisch- Apostolischen Kirche, S. H. Vasken I., am 15. April 1991 den Priester der armenischen Gemeinde in Marseille, Karekin Wartabed Bekdjian, zur geistlichen Führung der armenischen Kirche in Deutschland berufen. Dies war der erste Schritt, um für die armenischen Gemeinden in Deutschland eine eigene Jurisdiktion, unabhängig von Wien, zu schaffen. Der zweite Schritt erfolgte im Jahr 1992 als Vasken I. durch eine Enzyklika vom 31.01.1992 die Gründung der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland bekannt gab. Somit fielen die Gemeinden nicht mehr in den Jurisdiktionsbereich von Wien.

Der Sitz der Diözese ist Köln, Allensteiner Str. 5, 50735 Köln. Sie teilt ihre Räumlichkeiten mit denen der Kölner Gemeinde. Das Kirchengebäude mit dem Pfarrhaus und den Büroräumen (Christophorus Gemeinde in Niehl) wurden der Diözese seitens der katholischen Kirche zur Eigennutzung zur Verfügung gestellt.

Auch die evangelische Kirche hat der armenischen Gemeinde in Göppingen eine Kirche (Hl.-Kreuz-Kirche in Lerchenberger Str. 46, 73035 Göppingen-Bartenbach) zur Eigennutzung zur Verfügung gestellt. Alle anderen Gemeinden dürfen als Gäste katholische oder evangelische Kirchenräume benutzen.

Am 28 September 1992 wurde Karekin Wartabed Bekdjian in Etschmiadsin zum Bischof geweiht.

Es wurde eine zentrale Satzung erarbeitet, die zurzeit von 14 Kirchengemeinden übernommen worden ist. Andere Gemeinden, die noch als Kulturvereine wirken, können sich allerdings künftig der Diözese angliedern und deren Satzung annehmen.

Die Diözese hat das System freiwilliger Beiträge eingeführt, um die Kosten der Geistlichen ebenso wie die der Gemeinden zu decken. Desweiteren unterstützt sie finanziell auch Armenien. Sie veröffentlicht zudem Bücher, Broschüre, Faltblätter und ist auf Ortsebene sowie auf gesamtdeutscher Ebene Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.

Die Gemeinden sind auch gegenüber jenen armenischen Familien aufgeschlossen, die der katholischen oder evangelischen Kirche angehören und selbst als Armenier keine eigenen Kirchenstrukturen in Deutschland haben.

Vater Chatschatur Knyazyan – 2006 in Berlin, Vater Serovpé Wartabed Isakhanyan – 2005 in Hanau, Vater Aristakes Ayvazian – 2002 in Göppingen, Vater Garegin Harutyunyan -2003 in Münster, Pfarrer Hayazat Mardikian – 2003 in Köln, sind heute die Geistlichen der Diözese und übernehmen seelsorgerliche Aufgaben in Deutschland. Ihnen arbeiten 14 Diakone zu.