Verzeichnis der armenischen Herrscher

570 - 201 v. Chr. Dynastie der Jerwandiden (Jerwandjan/ner)
  herrscht als Statthalter erst der Meder, dann der Perser sowie auch unabhängig über Armenien
570 - 560 Jerwand I. (pers.-griech.: Orontes)
560 - 535 Tigran Jerwandjan
521 - 518 Wahagn
518 - 330/336 achämenidische Vorherrschaft
Ende 6. Jh. Hjudarnes I.
Anfang 5. Jh. Hjudarnes II.
Mitte 5. Jh. Hjudarnes III.
2. Hälfte 5. Jh. Artaschir
401 v. Chr. Xenophon („Anabasis“) erwähnt Jerwand, den Sohn Artasssuras, als Herrscher Armeniens und Tiribas als Herrscher Westarmeniens.
Ende 5. Jh. - 360 v. Chr. Jerwand II. (mit einer Unterbrechung)
331 - um 300 Jerwand III.
330 - 315 Armenien im Besitz der Makedonier. Nach dem Tod Alexander d. Gr. (323 v. Chr.) Aufteilung Armeniens unter dessen Strategen.
305 - 288 Ardward
288 - 247 Orontes
247 - 220 Ardward II.
220 - 215 Hrant
Ende 3. Jh. - um 200 v. Chr. Jerwand IV. (letzter Herrscher der Jerwandiden-Dynastie)
  Antiochos III. Seleukios von Syrien ersetzt die letzten Jerwandidenherrscher Xerxes und Jerwand IV. durch seine armenischen Strategen Artasches (griech. Artaxias; lat. Artaksius) in Hauptarmenien bzw. Sareh (Zariadris) in Kleinarmenien und Sophene.
215 - 190 v. Chr. Sareh
   
189 - 1 v. Chr. Dynastie der Artaschiden (Artaschesjan/ner)
189 - um 160 v. Chr. Artasches I. (Sohn des Sareh) mit Residenz in Artaschat (seit 170 v. Chr.)
um 160 - um 115 v. Chr. Artawasd I.
um 115 - 95 v. Chr. Tigran (Tigranes) I.
95 - 55 v. Chr. Tigran II. (der Große)
55 - 34 v. Chr. (30 v. Chr. in Alexandria auf Befehl Kleopatras in Gefangenschaft enthauptet) Artawasd II.
34 - 31 Alexander (nominell; Sohn der Königin Kleopatra von Ägypten und des Antonius)
30 - 20 v. Chr. Artasches II. (ermordet von Rom-Anhängern)
20 - um 8 v. Chr. Tigran III. (Sohn des Artwasd II.)
um 8 - 5 v. Chr. Tigran IV. mit Gattin Erato (im Jahr 2 v. Chr. Rückkehr zur Macht; Tigran fiel jedoch im Jahr 1 v. Chr.)
5 - 2 v. Chr.; 4 - 6 n. Chr. Artawasd III. (prorömisch)
   
bis 53 n. Chr. Herrschaft römischer und parthischer Marionettenkönige:
2 - 4 Ariobarsan
6 - 14 Tigran
14 - 15 Erato
16 - 17 Wonon
18 - 34 Germanicus krönt Zenon (Sohn des Königs von Pontos) als Artasches III.
35 - 41 Parther setzen Arschak I. (Arsakes) als König über Armenien ein.
35 - 47 Tiberius krönt Mithradates (Bruder des ostgeorgischen Königs Farsaman
47 - 51 Mihrad
51 - 53 Heramisd Arschakuni (aus dem Iran)
   
52 / 54 - 389 / 428 Dynastie der Arschakiden (Arschakuniner)
52 - 59; 66 - um 75 Trdat (Tiridates) I. Arschakuni, eingesetzt von seinem Bruder Wologes (Vologeses) I. (Herrscher Parthiens); 66 in Rom gekrönt, nachdem er sie 65 nach der römischen Invasion niedergelegt hatte.
60 - 64 Römer setzen in Tigranakert Tigran VI. als Gegenkönig ein.
um 75 - um 110 Sanatruk
um 110 - 113 Aschchadar
113 - 114 Parthamassir
114 - 117 Invasion Kaiser Trajans: Armenien römische Provinz
116 - 117 Trajan setzt Rufianus als Herrscher ein
116 - um 140 Wararsch (Vagharsakes) I. (Sohn des Sanatruk)
Um 140 - 160; 164 - 185 Soyimos
160 - 163 Bakur (Bruder des Wararsch I.)
185 - 195 Sanatruk
195 - 216 Wararsch II.
216 - 238 Trdat II.
238 - 252 Chosrow I. (der Große; Bruder von Trdat II.)
253 - 262; 282 - 287 Artawasd Mamikonjan (als Marspan)
261 - 262 Tigran VI.
273 Königin Senobia
287 - 294; 298 - um 330 Trdat III. (der Große)
298 Trdat III. gelingt mit römischer Unterstützung die Rückeroberung des Throns für die Arschakiden; Wiedereinsetzung als König durch Kaiser Diokletian
um 330 - 338 Chosrow II. Kotak („der Kurze“)
338 - 350 Tiran
350 - um 368 Arschak II.
um 368 - 374 Pap
374 - 378 Warasdat (Varazdates)
378 - um 390 Arschak III. (bis 385 unter der Regentschaft von Manwel Mamikonjan); seit 387 Herrscher über drei Viertel Armeniens (Ost- bzw. Persisch-Armenien).
376 - 386 Wararschak (Westarmenien; nach seinem Tod löst Rom das Königreich auf.)
385 - 389; 414 - um 415 Chosrow III. König über Ost-(Persisch-)Armenien; wird 389 bei Verhandlungen gefangengenommen; aus der Gefangenschaft befreit, wird er nach dem Tod Wramschapuhs wieder König
389 - 414 Wramschapuh (löst auf Verlangen des Adels Chosrow III. ab.)
416 - 420 Schapur (Sohn des persischen Schah Jesdigert I.). Nach seiner Ermordung
422 - 428 Artasches III.
428 Auf Verlangen des Adels Absetzung von Artasches und Aufhebung des armenischen Königtums
   
430 - 634 Ostarmenien von Statthaltern (marspaner) des persischen Schah regiert
591 - 705 Westarmenien unter byzantinischen Gouverneuren
654 / 661 - 861 Armenien unter Statthaltern (wostikanner) des arabischen Kalifats
 
ARMENISCHE TERRITORIALKÖNIGREICHE
885 - 1045 Schirak (Nordarmenien): Dynastie der Bagratiden (Bagratuni/Bagratuniner) mit Residenz in Kars (bis 961) und Ani
875 Armenischer Fürstenrat beschliesst Unabhängigkeit des Landes und schlägt dem Kalifat Fürst Aschot Bagratuni als König vor.
885 - 890 Aschot I.
890 - 914 Smbat I. („Der Märtyrer“)
914 - 929 Aschot II. Jerkat („der Eiserne“)
929 - 953 Abbas I.
953 - 977 Aschot III. Worormats („der Barmherzige“; seit 961 mit dem Titel „König des gesamten Hauses von Armenien“)
977 - 989 Smbat II. („der Eroberer“)
989 - 1020 Gagik I.
1020 - 1041 Howhannes-Smbat (auch: Smbat III.)
1022 - 1040 Aschot III. (gleichzeitig mit Howhannes-Smbat)
1042 - 1045 Gagik II. (16jährig bei Thronbesteigung); 1079 mit seinen Söhnen im Exil in Kappadokien ermordet.
1045 Katholikos Petros liefert Ani Kaiser Konstantinos IX. Monomachos aus.
1045 - 1071 Byzant. Herrschaft über Schirak
   
908 - 1021 / 1026 Waspurakan (Südostarmenien): Dynastie der Artsruni mit Residenz zu Achtamar (Wan-See)
908 - 943 Gagik I. Artsruni (Gagik-Chatschik)
943 - 958 Derenik (Aschot Derenik)
958 - 968 Abusahl-Hamasasp
968 - 990 Aschot-Sahak (seit 977 gemeinsam mit Gurgen-Chatschik und Senerkerim-Howhannes)
990 - 1003 Gurgen-Chatschik (gemeinsam mit Senerkerim-Howhannes)
1003 - 1021 Senerkim-Howhannes; Abtretung seiner Herrschaft an Byzantiner
1021 - 1026 mit seinem Heer zieht sich Senerkerim-Howhannes nach Sebastia (Kleinarmenien) zurück, das zu seinem Besitz gehört.
1080 - 1342 / 1375 / 1424 KILIKIEN: Herrschaft der Dynastie der Rubeniden (Rubenjan/ner), durch Einheirat der Hetumiden (Hetumjan/ner) und Lusignan (Lussinjan/ner) von Zypern mit Residenzen in Tarsus (bis 1173) und Sis (Plaviopolis)
1080 - 1198 Rubeniden herrschen als Barone (paronner) erst über Ober-(Nord-)kilikien, nach einhundert Jahren über ganz Kilikein.
1080 Fürst Ruben verdrängt Byzantiner aus Oberkilikien
1080 - 1095 Ruben I.
1095 - 1100 Kostandin I. Rubenjan
1100 - 1129 Toros (Theodoros) I.
1129 - 1137 Lewon (Leo) I.
1137 - 1145 Byzantinische Herrschaft
1145 - 1169 Toros II.
1169 Ruben II.
1169 - 1175 Mlhe
1175 - 1187 Ruben III.
1187 - 1219 Lewon II. (als König: Lewon I.
6. Januar 1198 Krönung von Fürst Lewon II. Rubinjan im Auftrag von Kaiser Heinrich VI. und Papst Coelestin III. zum „König von Gottes Gnaden und des Heiligen Reiches“ (= Lewon II.) [1] ; die Baronie Kilikien wird als Lehen des dt. Kaisers zum Königreich erhoben.
1219 - 1222 Königin Sabel (Isabella), Tochter Lewons II. und der Tochter von König Almerich I. Lusignan von Zypern
1222 - 1225 Filip (Philipp)
1226 - 1269 Hetum I. (Oberhaupt des mit den Rubeniden rivalisierenden Adelshauses der Hetumiden und durch die Ehe mit Sabel König)
1269 - 1289 Lewon II.
1289 - 1296; 1299 - 1301 Hetum II.
1296 - 1298 Smbat
1298 - 1299 Kostandin II.
1301 - 1308 Lewon III.
1308 - 1320 Oschin
1320 - 1342 Lewon IV. (mit ihm erlosch die Dynastie der Rubenjan bzw. Hetumjan)
1343 - 1344 Gwidon (Kostandin)
1345 - 1363 Kostandin III. (Guy de Lusignan)
1365 - 1373 Kostandin IV.
1374 - 1375 Lewon V.
1375 Eroberung von Sis durch Mameluken; Lewon V. wird 1382 vom König Kastiliens aus der Gefangenschaft in Kairo freigekauft und stirbt 1393 im Pariser Exil.
1375 - 1424 Kostandin V. nimmt den Kampf gegen Mameluken auf, doch gilt Lewon V. Lusignan als letzter König Armeniens
   
1 In manchen Darstellungen ist umgekehrt Lewon als Fürst Lewon I. und als König Lewon II., wodurch sich die Zählung nachfolgender Rubinjan-Herrscher dieses Namens verschiebt. In anderen Darstellungen erfolgt die Zählung durchgehend, so dass König Lewon I. als Lewon II. erscheint.

Das Verzeichnis der armenischen Herrscher wurde mit freundlicher Genehmigung der Autorin publiziert.
© Fr. Dr. Tessa Hofmann, Berlin

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